Nach angeregter Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen durfte Anette Kieweg Victoria Seidler begrüßen, die in einer Bildpräsentation über ihre Zeit in Bolivien erzählte. Die heute 26-jährige ging nach dem Abitur im Rahmen des weltwärts-Freiwilligendienstes für ein Jahr nach Bolivien. Mit noch zwei 18-jährigen aus der Diözese Passau trat sie ohne jegliche Spanischkenntnisse den Flug in ein Land an, das drei mal so groß wie Deutschland ist, aber nur ein Siebtel Einwohner hat. Ihr Ziel war die kleine Stadt Camargo mit 6000 Einwohnern, ganz im Süden auf 2400 m Höhe gelegen. Nach einem 4‑wöchigen Crashkurs trat sie im Kinderheim Sawatzki ihren Dienst an, wo sie erst durch den Umgang mit den Kindern im Lauf der Zeit richtig Spanisch lernte. Da sie auch im Kinderheim wohnte, war sie ganztags mit der Betreuung der Kinder von 3 bis 12 Jahren beschäftigt. Sehr beeindruckend war für die 18jährige die Gemeinschaft in allen Gruppen, die vielen Feste, die sportlichen Wettkämpfe von morgens bis nachts, alles ungezwungen und meist mit Musik und Tanz, was man auf den wunderschönen Bildern sehen konnte. Eine dreitägige Rundreise in einem Jeep hinterließ bleibende Eindrücke, ganz besonders ein Sonnenuntergang an einem Salzsee (Salar de Uyuni), wovon Victoria ein Video zeigte. Auch Souvenirs hatte sie mitgebracht, einige Bolivianos, die Währung Boliviens, und wunderschöne Decken, in denen die Einheimischen ihre Einkäufe vom Markt heimtragen. Zum Abschluss des sehr interessanten und lebhaft gestalteten Vortrags verteilte Victoria leckere Empanadas, das sind mit Kartoffeln, Erbsen, Oliven und Eiern gefüllte Teigtaschen. Wenn sie heute an die Zeit zurück denkt, verbindet sie Bolivien mit dem spanischen Wort „comunidad“, auf Deutsch „Gemeinschaft“, was es hier in Deutschland so nicht gibt. Anette Kieweg bedankte sich mit einer Orchidee bei Victoria Seidler und das Publikum spendete kräftig Applaus für den kurzweiligen, unterhaltsamen Nachmittag. Am 15. April dürfen wir zu einer Lesung Dr. Hans Göttler bei uns begrüßen, sein Thema: „Umma Fimfal an Duranand“, herzliche Einladung dazu.
Text: Anette Kieweg
Maria Barth



