Im gut besuchten Gemeindesaal der Friedenskirche durfte Anette Kieweg den allseits bekannten Dr. Hans Göttler, Schmaddsa und Vorleser, wie er sich selbst bezeichnet, begrüßen. Sein Begleiter war Akkordeonspieler Willi Bauer, Musiker im Volkstanzkreis und Referent an der Volksakademie in Bayern für Akkordeon und Volkstänze, also zwei hochkarätige Gäste. Hans Göttler stellte sich selbst kurz vor, erzählte , wie er vom Lehrer für Deutsch, Sozialkunde und Geschichte im Gymnasium Pocking an die Uni Passau kam und dort akademischer Direktor für Germanistik wurde. Dr. Göttler hat sich auf die Erforschung und Herausgabe altbairischer Literatur verlegt, betätigt sich aber auch als Schriftsteller. Seine Lesung begann er mit einer Geschichte aus dem Buch von der Ortenburgerin Katharina Koch „Der große Dom“. Seine besondere Liebe gilt der Bayerwälderin Emerenz Meier, deren Buch „Aus dem Bayerwald und aus Chicago“ er dabei hatte. Die Gedicht „Wödaschwüln“ trug er bildlich vor, ein Kleiderbügel musste als Zügel für ein imaginäres Ochsengespann herhalten, was für große Erheiterung beim Publikum sorgte. Zwischen den Lesungen unterhielt uns Willi Bauer mit seinem Akkordeonspiel. Nachdem Ostern noch nicht lange her ist, passte die Geschichte „Auf Emmaus sans ganga“ aus dem Buch „An Herrgood sei Handlanga bleibm“ vom Ponzauer Wigg vortrefflich. Hans Göttler hat die Geschichten vom Struwelpeter und Max und Moritz ins Boarische übersetzt, daraus hörten wir „A Bazigschicht in siem Draddsareian“ , den Hühnerdiebstahl bei Witwe Bolte. Den Abschluss dieser kurzweiligen und sehr unterhaltsamen Lesung bildete eine kurze Anekdote vom Bad Höhenstädter Schriftsteller Wilhelm Diess „Die Marbauernbuben“. Der Vorleser konnte die Zuhörer mit seiner angenehmen Stimme und deutlichen Aussprache begeistern. Anette Kieweg bedankte sich unter großem Applaus der Gäste bei Dr. Hans Göttler und Willi Bauer mit einem kleinen Präsent. Wenn möglich, werden wir den Hans, wie ihn fast alle nennen, im Dezember bei uns im Ökucafe wiedersehen. Am 13. Mai ist Maidult im Ökucafe und nun schon zum vierten Mal kommt die „Freindal Musi“ zu uns, herzliche Einladung.
Text: Anette Kieweg
Barth



