Der Spaziergang fand im Bereich zwischen Fünferlsteg und ASG statt und bot den Teilnehmern spannende Einblicke in die Flora und Fauna des Flusses. Kastner erzählte nicht nur vom Innufer als geschütztem Fauna-Flora-Habitat, sondern brachte auch geschichtliche Aspekte, wie die Kaiserin-Elisabeth-Eisenbahnbrücke und eine kleine Insel, die einst im Inn existierte.
Besonders interessant waren Kastners Erzählungen über die Nutzung des Flusses für den Salztransport, die Goldsuche und die Abfallentsorgung. Kastner berichtete von einem Kanal, der die Abwässer des ehemaligen Schlachthofs in den Inn leitete und ihn rot färbte, und einem weiteren Kanal vom Milchhof, der den Inn weiß färbte. Auch die Wasserversorgung der Region fand Erwähnung. Mit historischen Fotos und Anekdoten aus seiner Kindheit veranschaulichte der BUND-Vorsitzende seine Erzählungen.
Ein zentrales Thema war der Einfluss des Menschen auf die Flora und Fauna. Kastner erklärte, wie die Entwaldung des Flussufers für die Treidelpfade, auf denen Pferde die Transportschiffe zogen, und das Aufstauen des Wassers durch Wasserkraftwerke die Natur verändert haben. Besonders hob er den Auwald hervor, der ein Urwald mit außergewöhnlich hoher Artenvielfalt ist und zur Wasserregulierung beiträgt, indem er Hochwasserschutz bietet und als Wasserfilter fungiert. Kastner betonte die Bedeutung der Flüsse als Ausbreitungswege für verschiedene Tier- und Pflanzenarten, die aber durch den Eingriff des Menschen und das Einschleppen sog. Neophyten, also nicht einheimischer Pflanzen einer ständigen Gefährdung ausgesetzt sind.
Den Abschluss des spannenden Spaziergangs bildeten die Kiesbänke unterhalb des ASGs mit den unterschiedlichsten Steinen, die der Inn auf seinem langen Weg aus dem Gebirge mitgebracht hat. Hier fanden sich interessante Exemplare, wie Steine aus dem Ötztal und Kiesel mit Granatedelsteineinschlüssen.
Text: Utta Materny



