Ein spannender Rundgang durch das Alte Rathaus

Pfarrverband St. Anton am 18.03.2026

Info Icon Utta Materny

Der Passauer Stadtarchivar Richard Schaffner hat im Rahmen der KEB-Veranstaltung „Das Alte Rathaus in Passau“ die Teilnehmer auf einen spannenden Rundgang bis in die entlegensten Winkel mitgenommen. 

Auf dem Weg erzähl­te Schaff­ner in sei­ner amü­san­ten und augen­zwin­kern­den Art vie­le Anek­do­ten und Geschich­ten. Nach­dem er zunächst die aben­teu­er­li­che Ret­tung der Stadt­ak­ten durch ein klei­nes Fens­ter aus dem Neu­en Rat­haus beim gro­ßen Hoch­was­ser 2013 beschrie­ben hat­te, führ­te er die Grup­pe im Alten Rat­haus hin­auf in die ehe­ma­li­ge Woh­nung der frü­he­ren Bür­ger­meis­ter und dem dazu gehö­ri­gen Dach­gar­ten mit Aus­blick auf die Donau und die Ves­te Ober­haus. Augen­zwin­kernd mein­te Schaff­ner, dass damals der Bür­ger­meis­ter not­falls auch im Schlaf­an­zug sei­nen Amts­ge­schäf­ten nach­ge­hen konnte.

Durch das Dach­ge­wöl­be des Rat­hau­ses mit den nied­ri­gen Dach­bal­ken ging es wei­ter zum Glo­cken­spiel. Auch dazu wuss­te der Stadt­ar­chi­var Inter­es­san­tes zu berich­ten, so z.B. dass die Glo­cken von einer Glo­cken­gie­ße­rei in Hol­land stam­men und dass die orts­an­säs­si­ge Gie­ße­rei Per­ner nur für das Glo­cken­spiel und die Elek­trik zustän­dig war. Danach wur­de es sport­lich: Die Teil­neh­mer muss­ten ​„tritt­si­cher und schwin­del­frei“ sein, um die enge Wen­del­trep­pe aus Büchel­ber­ger Gra­nit bis hin­auf zur Spit­ze des Rat­haus­turms zu erklim­men. Sie wur­den für die Klet­te­rei mit einer atem­be­rau­ben­den Aus­sicht vom Bal­kon rund um die Spit­ze belohnt auf den Dom, Maria Hilf, das Ober­haus und die Dächer der Altstadt. 

Wei­ter ging’s in den Gro­ßen Rat­haus­saal mit den bun­ten Glas­fens­tern. Schaff­ner erzähl­te, dass sie im Prin­zip die Geschich­te Pas­saus in fast foto­gra­fisch genau­en Bil­dern erzäh­len und dass es sich um Stif­tun­gen han­delt. So wur­de eines der Fens­ter vom Wan­der­ver­ein gestif­tet und stellt eine Wan­der­ge­sell­schaft an der Donau­län­de dar. Schmun­zelnd mein­te der Archi­var, dass – zumin­dest damals — die Wan­der­rou­ten von Wirts­haus zu Wirts­haus führten. 

Im Klei­nen Rat­haus­saal ging Schaff­ner u.a. auf das impo­san­te Decken­ge­mäl­de mit sei­nen üppi­gen Figu­ren ein und erläu­ter­te die Bedeu­tung jeder ein­zel­nen. Er wies auch dar­auf hin, dass die­ser Saal zu den schöns­ten Stan­des­amts­sä­len gehört.

Am Schluss durf­ten die Teil­neh­mer dann das eigent­li­che Reich von Richard Schaff­ner betre­ten, das Stadt­ar­chiv, in dem lt. Schaff­ner die Bau­ak­ten aller Pas­sau­er Häu­ser und die Sta­ti­ken der Gebäu­de auf­be­wahrt wer­den. Die Besu­cher durf­ten einen Blick auf eini­ge der wert­volls­ten und ältes­ten Urkunden 

wer­fen, so z.B. auf die Gol­de­ne Bul­le mit dem ver­gol­de­ten Sie­gel. Den im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes krö­nen­den Abschluss bil­de­te das Gäs­te­buch des Hotels Wil­der Mann, in dem Kai­se­rin Eli­sa­beth von Öster­reich per­sön­lich ein­ge­tra­gen war.

Wegen des gro­ßen Inter­es­ses erklär­te sich Richard Schaff­ner ger­ne bereit, einen zwei­ten Ter­min für die KEB anzu­bie­ten. Die Daten dazu fin­den sich im KEB-Pro­gramm­heft und auf der KEB-Website.

Text: Utta Materny

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