Die Leiterin des Bistumsarchivs, Frau Dr. Hannelore Putz, begrüßte die Teilnehmer mit dem Hinweis, dass es leider im Moment gar nicht so kühl im Archiv sei, weil die Kältemaschine ausgefallen sei und die sonst vorherrschende Temperatur von 16 – 20 Grad etwas überschritten war, was aber der Aufmerksamkeit aller keinen Abbruch tat. Das imposante Gebäude des Bistumsarchivs wurde von den Architekten Köberl & Döringer wurde 2016 eingeweiht, da das bisherige Archiv in der Luragogasse zu klein wurde. Der Bestand umfasst eine Länge von ca. 10 km, wenn man alle Kisten mit den Schriftstücken aneinanderreihen würde und unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften, was die Einbruchssicherung und die Erlaubnis zur Einsichtnahme anbelangt. Die Mehrzahl der Dokumente ist einmalig auf der Welt und beinhaltet viele persönliche Daten. Da es sich um ein öffentliches Archiv handelt, kann jeder Interessierte die Bestände für seine Forschungen nutzen, sei es zur Familienforschung in den Matrikelbüchern der Pfarreien oder zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Dr. Putz erzählte, dass auch gerne amerikanische Schiffstouristen vorbeikämen, die nach ihren Vorfahren aus dem Bayerischen Wald forschen möchten. Da eine große Menge der Dokumente bereits digitalisiert ist, kann man auch frei in der Datenbank des Bistumsarchivs im Internet recherchieren.
Die Referentin legte auch eine Reihe von Materialien als Anschauungsmaterial vor. Darunter befand sich als ganz besondere Kostbarkeit das Matrikelbuch der Pfarrei Marktl mit dem Eintrag im Dezember 1818 zu einem gewissen Johann Birndorfer, besser bekannt als der Hlg. Bruder Konrad. Auch Fotoalben mit Originalaufnahmen zur 1200-Jahrfeier des Bistums Passau und zur Heiligsprechungsfeier von Br. Konrad fanden reges Interesse und anhand der alten historischen Postkarten, die Dr. Putz zeigte, versuchte jeder, die heutigen Standorte zu identifizieren.
Bei dem kurzen Rundgang durch das Archiv mit den Drehregalen und den unzähligen Kartons voller Akten wies Dr. Putz auf die architektonischen Besonderheiten des Baus mit seiner zweckmäßigen Gestaltung hin bzgl. bestmöglicher Platznutzung, höchsten Sicherheitsvorkehrungen gegen Brand, Wasser und sonstiger Beschädigungen und einer sehr eigenwilligen Farbgebung des Bodens und Form des Gesamtbauwerks.
Aufgrund der hohen Nachfrage hat sich Dr. Putz gerne bereit erklärt, im Rahmen der KEB für Stadt und Landkreis Passau einen weiteren Besichtigungstermin am Dienstag, den 24. November um 17 Uhr anzubieten. Die Anmeldung kann telefonisch über (0851) 393‑4501 oder über die Homepage www.keb-passau.de/anmeldung/?va=36611 erfolgen.
Text: Materny
Materny



