Nach einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen begrüßte Anette Kieweg den Passauer Stadtarchivar Richard Schaffner, der die Anwesenden mit einem faszinierenden Vortrag über die Kirche Christi Himmelfahrt und deren historische Umgebung begeisterte.
Anhand einer rund 500 Jahre alten Karte veranschaulichte Schaffner die Entwicklung des Gebiets – insbesondere im Bereich Sailerwöhr – vor der Eingemeindung nach Passau. Wo sich einst weite Grasflächen und zahlreiche Bauernhöfe erstreckten, wandelte sich das Bild vor allem durch den Bau der Eisenbahn, der die Ansiedlung von Industrie und Wohnraum massiv vorantrieb.
Auch spannende historische Details aus der unmittelbaren Umgebung kamen zur Sprache: Auf dem heutigen Universitätsgelände befand sich einst das Augustiner-Chorherrenstift. Seine Auflösung um Jahr 1803 bedeutete den Verlust von 500 Arbeitsplätzen, ehe das Areal als Kaserne genutzt wurde.
Während die Passauer Altstadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstand, wurde das Gebiet Haitzinger(Dafinger-)brücke bombadiert und wies zahlreiche Bombenkrater auf. Im Winterhafen Racklau lagen damals viele Schiffe, und in der Ziegelei Dafinger arbeiteten zahlreiche italienische Arbeitskräfte – ein Grund für viele italienische Vorfahren in Passau.
Ab dem 1930er-Jahren begannen die gezielte Besiedelung und der Bau neuer Kirchen. Auch der prägende Einfluss des Umfelds mit der Peschl-Brauerei sowie historische Bilder vom Rangierbahnhof mit stattlichen Dampflokomotiven weckten bei vielen Zuhörern Erinnerungen.
Besonderes Augenmerk lag auf der Kirche Christi Himmelfahrt selbst. Die Anfänge gestalteten sich als bescheiden: Gottesdienste fanden zuerst in einer Werkshalle der Fa. Auto Röhr statt, ehe eine Kirchenbaracke aus Altötting als Übergang diente. Auf Wunsch von Pfarrer Josef Krumbachner sollte die spätere Kirche die Form eines Zeltes erhalten. Am 9. Mai 1975 folgte schließlich die feierliche Einweihung durch Bischof Antonius Hofmann. Nach langer Nutzung wurde das Gotteshaus am 26. Juli 2026 profaniert.
Die zwei Stunden vergingen wie im Flug: Der Vortrag war äußerst kurzweilig, verständlich aufbereitet und mit vielen anschaulichen Bildern gestaltet. Die Begeisterung des Publikums spiegelte sich in einem sehr großen Applaus wider. Anette Kieweg bedankte sich herzlich bei Richard Schaffner mit einer Flasche Wein.
Das nächste Ökucafé findet 14. Oktober 2026 statt. Gast wird Frau Dr. Ursula Hafner sein. Es geht bereits jetzt herzliche Einladung.
Text: Kieweg
Schaffner


