Nach seinem Passionszyklus gestaltete Muckenschnabl in diesem Jahr eigens eine Bilderreihe mit adventlichen und weihnachtlichen Themen für die Kirche St. Peter. Nach dem Sonntagsgottesdienst lud er Interessierte ein, seinen Ausführungen und Gedanken zur Entstehung und Intention der Bilder zu folgen. Wie er selbst betonte, möchte der Künstler den Zyklus nicht als Ausstellung verstehen, sondern als Möglichkeit der stillen Betrachtung und Meditation.
Der Zyklus beginnt mit der Darstellung der Wurzel Jesse mit der daraus sprießenden Rose, es folgt die Verkündigung durch den Engel, die Begegnung der demütig dargestellten Maria mit Elisabeth und die dramatisch ausgeführten Herbergssuche. Im Bild der Geburt Jesu beschränkt sich Muckenschnabl auf Maria und Joseph mit dem Kind im Stall ohne Nebenfiguren und andere vom Wesentlichen ablenkenden Details. Für das Motiv des nächsten Gemäldes mit drei Engeln ließ sich Muckenschnabl durch das „Jauchzet, Frohlocket“ aus Bachs Weihnachtsoratorium inspirieren. Über den Hirten auf dem Feld lässt der Künstler den Stern leuchten, der im nächsten Bild den Weisen aus dem Morgenland den Weg weist. Die letzten Gemälde widmen sich schließlich der Flucht nach Ägypten und der Darbringung im Tempel mit den Figuren der Hanna und des Simeon.
Zu seiner Maltechnik erklärte der Maler, dass er verdünnte Tusche und Öl auf Jute verwendete. Diese Malweise erforderte ein genaues Arbeiten, da Fehler nicht mehr korrigierbar sind. Muckenschnabl hielt den Zyklus bewusst schwarz-weiß auf einfacher Jute-Leinwand und verzichtete auf die ihm sonst eigenen intensiven Farben. Als Grund für diese Materialwahl nannte er seine Überlegungen, was am besten in die damalige Zeit der Geburt Christi gepasst haben könnte.
Der Bilderzyklus kann täglich in der Kirche St. Peter kostenlos besucht werden und ist noch bis Mariä Lichtmess am 2. Februar zu sehen. Zur Erklärung der Bildinhalte sind kleine Erklärungstäfelchen angebracht.
Text: Utta Materny
Utta Materny



