Am 18. Juli vor genau 60 Jahren wurde in der Pfarrei St. Peter in Passau schon einmal gefeiert. Damals freute sich die ganze Pfarrgemeinde über die Weihe der Pfarrkirche St. Peter. Jahrzehnte später hat sich einiges verändert, aber eines ist geblieben: Die Pfarrkirche hat ihre Bestimmung als geistlicher Mittelpunkt der Pfarrei stets behalten. Und das feierte die Kirchengemeinschaft nun im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes mit einem anschließenden bunten Pfarrfest für alle Generationen.
Bewegte Zeiten waren es, als St. Peter erbaut wurde. Der Bau der Kirche fiel genau in die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils. Damals stand die Kirche ganz im Zeichen des Neu-Denkens und der liturgischen Erneuerung. Dass dies auch den Kirchenbau betraf, wird in St. Peter anhand moderner Formen, offener Raumgestaltung und zeitgenössischer Kunst deutlich sichtbar. Maßgeblich am Bau der Kirche beteiligt war auch der damalige Pfarrer Msgr. Martin Moritz. Sein direkter Nachfolger Pfr. i.R. Joseph Bader ließ es sich nicht nehmen, die Festpredigt zum Jubiläum zu halten. “60 Jahre Kirche und Pfarrei Sankt Peter Passau. Das sind 22.000 Tage. Und 3360 Wochen Pfarrei-Leben. Christsein im Alltag. Als Kind. Als gereifter Mensch. Nachfolge Jesu meist auf holprigem Terrain. Gottes Suche in Freud und Leid,” so Joseph Bader in der Predigt. Er erinnerte sich auch an seine erste Zeit in St. Peter: “Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dass ich ein paar Jahre später der zweite Pfarrer dieser Kirche sein würde, ja, dass ich an und mit Sankt Peter würde wachsen und reifen dürfen. Sie hat mich inspiriert, orientiert, korrigiert, gefordert, gefördert, gepusht und gebremst, geprägt und gegerbt. In der Tat hat mir diese markante Kirche mit ihrer begeisterten und begeisternden Gemeinde eine immens kostbare Mitgift geschenkt. Dafür sage ich auch heute und einmal mehr Danke und Vergelt’s der liebe Gott.” Er würdigte weiter die Architektur dieses besonderen Gotteshauses und dankte allen Beteiligten die hier am Aufbau der Gemeinde Anteil hatten und haben. Pfarrer Dr. Anton Spreitzer erinnerte in einer Gedenkminute an die Verstorbenen, die über die Jahrzehnte einen wertvollen Beitrag zum blühenden Glaubensleben vor Ort geleistet haben.
Der Festgottesdienst wurde vielseitig musikalisch gestaltet. Der Kindergarten St. Peter musizierte eingangs, bevor die Kleinsten zur ihrer eigenen kindgerechten Liturgiefeier eingeladen waren. Die Männerschola St. Anton war beteiligt, ebenso der Kirchenchor des Pfarrverbandes St. Anton — St. Peter, begleitet von der Orgel und der Bläsergruppe.
Im Anschluss luden Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung zum gemeinsamen Pfarrfest vor der Kirche. Beim geselligen Beisammensein kamen alle auf ihre Kosten. Für die Kleinsten organisierten die Kindergärten und der Kinderhort aus dem Pfarrverband, der Deutsche Alpenverein und die Freiwillige Feuerwehr ein buntes Programm, das dann am Nachmittag um 17 Uhr endete.
Text: Thomas König



